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Nepp mit subdomains von co.de

December 15th, 2009 Joerg Leave a comment Go to comments

Es geistert mal wieder ein Nepp durchs Netz, vorallem aber flattert grade er zuhauf in die Briefkästen von Seitenbetreibern. So habe auch ich zwei Briefe der Firma Websuche Search Technology aus Osnabrück erhalten, die sich auch mal an anderer Stelle als die co.de Vergabestelle bezeichnet. Ich war allerdings schon vorgewarnt, so hatte ich über diese Briefe schon in Blogs gelesen. So konnte ich mich genüsslich zurücklehnen um über beide Schreiben herzhaft lachen. So wird in einem doch tatsächlich an einer Stelle im Brief Geld verdienen durch Weblogs als eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt bezeichnet. Bei aller Liebe zum eigenen Projekt, aber das ist in etwa so nah an der Realität wie ein Schneemann der Sonnenoberfläche. Doch der Firma geht es nicht nur darum mir Honig um meinen Bart zu schmieren , sondern sie versucht unbedarften Webmastern Subdomains anzudrehen und das zu einem horrenden Preis von 99 Euro pro Jahr.

Anschreiben_co_de_2Der Brief fängt schon hochtrabend im Betreff an: Rechtliche Klärung wegen xxxxxxx.co.de. Anschliessend wird dem Leser erklärt, dass es in vielen Ländern Domains mit dem kürzel .co gibt, wie zum Beispiel co.uk, dann wird suggeriert das dieses auch bald in Deutschland möglich sein wird. Doch dabei wird verschwiegen, dass es bei der .co.de nur um sogenannte Subdomains handelt, während co.uk (co.uk das co steht hier für kommerzielle Webangebote) dagegen aber eine Second-level Domain darstellt, die man bei vielen Registraren bekommen kann und auch wie eine eigene Domain besitzen und transferieren kann. Im Brief wird dies an keiner Stelle erwähnt nur auf der Homepage von .co.de wird dies erwähnt und das diese keine üblichen von der Denic vergebenen Domains sind, sondern nur von der Firma Websuche. Doch nun kommt der eigentliche Hammer, so wird einem angeboten in der sogenanten Sunrise Phase sich als sogenannter Markeninhaber seinen Domainnamen unter co.de zu sichern. Nun an sich wäre das ja nicht verwerflich doch nun kommt es, dies soll einen 99 Euro pro Jahr kosten und das für eine völlig wertlose subdomain. Zum Vergleich eine normale .de Domain (toplevel) mit allen Nutzungsrechten kostet je nach Registrar 3 oder 4 Euro pro Jahr.

Rueckantwort_co_de_2Die Frima Websuche hat dafür gleich einen Faxvordruck mitgeschickt und um Rückantwort gebeten. So das man entweder diesen Namen für 99 Euro pro Jahr mieten könne, oder wenn man die Markenrechte besitzt den Domainnamen sperren lassen kann. Addressiert ist diese Rückantwort an die sogenannte co.de Vergabestelle, so soll weiterhin suggeriert werden es handele sich um echte Domains mit einer offiziellen Vergabestelle, auch wenn es sich dabei nur um die Firma Websuche handelt. So sollen wohl viele unbedarfte Webmaster dazu verleited werden gleich zurückzufaxen, ohne sich vorher im Internet auf der Homepage zu informieren.

Man kann nur hoffe das kaum einer darauf hineinfällt. Der Firma ist, auch wenn in negativer Hinsicht, mit diesem Serienbrief ein echter Linkbait gelungen und auf vielen Blogs wird darüber berichtet, da so gut wie jeder der auf einer .de Domain ein Projekt laufen hat angeschrieben wurde. So schlägt dies wieder hohe Wellen. Auf Basicthinking kann man dazu eine rechtliche Einschätzung lesen, auch wenn der Anwalt im Grunde nur sagen kann, dass es sich hier mal wieder um eine rechtliche Grauzone handelt und noch keine eindeutigen Faktoren für eine Irreführung vorliegen. Auch heise berichted über den Vorfall und lässt auch den Websuche-Chef zu Wort kommen, der diese Serienbrief Aktion gestarted hat. Für viele Blogger ist der Fall allerdings klar, sie meinen co.de – ich bin doch nicht bloe.de?. Viele Blogger nehmen es auch einfach mit Humor, andere regen sich auf, dass die Firma überhaupt an die Adresse gekommen sind, so wird vermuted diese wurden direkt von der denic bezogen. Doch im Grunde sich sich alle einig , Finger weg davon!

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  1. December 17th, 2009 at 11:27 | #1

    Hi,
    ein sehr schöner Beitrag:). Ja, in der Tat übertreibt diese Firma dermassen, dass die Bloggergemeinde mit diesem Brief wahrgerüttelt worden ist und zahlreich darüber berichtet. Ich nahm es locker und so einen Rechtsstreit wünsche ich doch wirklich keinem einzigen Blogger.

    Andererseits würde eine Privatperson irgendwelche Adressen für diverse Aktionen nutzen, würde diese Person von einem RA ruckzuck auseindergerissen. Vll. soll dieser Firma mal wirklich irgendein Anwalt das Handwerk legen, damit auch ein Unternehmen solcher Art gleich Bescheid weiss.

    Die Presse könnte die genannte Firma locker auseinandernehmen, wenn sie wollte. Ich hoffe nur, dass dieses Unternehmen nicht noch mehr Schreiben in Blogger-Haushalte versendet.
    P.S. Danke übrigens für deine Verlinkung..

  2. Joerg
    December 17th, 2009 at 13:18 | #2

    Danke dir:)

    Aber man kann sicher sein, dass die sich mit der Aktion selber am meisten ins eigene Fleisch geschnitten haben. War ein Lehrbuchbeispiel wie man eine extrem wertvolle Domain innerhalb kürzester Zeit verbrennt. So viele können sich da nicht gemeldet haben um diesen Wertverlust durch das nun so schlechte Image das an co.de haftet auszugleichen. Sich als Firma einen neuen Namen zu geben ist einfacher als die ganzen Blogposts über co.de vergessen zu machen.

    P.s. immer gerne:)

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